Die österreichische Judo-Familie trauert um einen Großen seiner Zunft: Ernst Raser, weiland in den 80er-Jahren als „Vater des Frauen-WM-Wunders“ bekannt geworden, ist am Montag im Alter von 81 Jahren verstorben. Der Wiener fungierte von 1974 bis 1991 als Frauen-Nationaltrainer (die ersten drei Jahre seiner Tätigkeit zeichnete der Wiener auch für das ÖJV-Männerteam verantwortlich). Ernst hatte maßgeblichen Anteil daran, dass 1980 im New Yorker Madison Square Garden die erste Frauen-Judo-WM stattfinden konnte, bei der Österreich durch Edith Hrovat (-52 kg), Gerda Winklbauer (-56) und Edith Simon (-66) nicht weniger als drei von sieben WM-Goldenen und damit den Medaillenspiegel gewann. Es ist nach wie vor die mit Abstand erfolgreichste Weltmeisterschaft in der Geschichte des heimischen Judosports.
Mit JGV Schuh Ski Wien gewann er stolze acht EM-Titel (Gerda Winklbauer 5, Edith Simon 2, Norbert Haimberger 1). Von 2011 bis 2022 stand Ernst Raser als Präsident dem Wiener Judo-Landesverband vor, von 2019 – 2021 fungierte er als ÖJV-Vizepräsident. Er war Träger des 9. Dan. ÖJV-Präsident Martin Poiger zeigte sich vom Tod Rasers betroffen: „Ernst war einer der größten Persönlichkeiten des heimischen Judosports – er wird uns stets in bester Erinnerung bleiben, unser Mitgefühl gilt seiner Familie.“